Forschung

Forschungsschwerpunkte

Das IHIW arbeitet nicht profit- oder erwerbsorientiert, sondern versteht seinen Bildung-, Forschungs-und Vermittlungsauftrag als gemeinnützige Tätigkeit, die ein friedvolleres Zusammenleben basierend auf vernünftigen Grundlagen und offenem Dialog fördern soll.

Das IHIW Wien legt seinen Schwerpunkt auf Forschung und Dialog im Bereich der angewandten Theologie und strebt an, durch eine zeitnahe Veröffentlichung der Ergebnisse, sowohl den innerislamischen Diskurs zu beleben als auch den intellektuellen Austausch und Dialog zu fördern.

Gerne können unsere DozentInnen auch als ReferentInnen für externe Veranstaltungen angefragt werden!

Forschungsschwerpunkte des IHIW Wien sind Islamische Gender-Studies, Islamische Philosophie und Mystik, Interkultureller Dialog, angewandte Theologie, Qur´anwissenschaften, die zeitgemäße Exegese der islamischen Quellen und ihre Übersetzbarkeit, sowie die methodischen Ansätze einer systematischen Islamischen Theologie.

 

Aktuelle Forschungsgebiete:

 

  • Übersetzung und zeitgemäße Exegese des Qur’an

    Seit 2019 arbeitet das IHIW Wien in enger Kooperation mit dem IHIW Hamburg, sowie verschiedenen Gelehrten und Islamwissenschaftlern, an einer neuen Übersetzung des edlen Qur’an in deutscher Sprache. Ein Schwerpunkt liegt hierbei vor allem auf kontrovers diskutierten und schwer zugänglichen Versen, welche im Rahmen einer zeitgemäßen, vernunftbasierten Exegese näher erläutert werden.

  • Qur’anwissenschaften & Exegese: Traditionelle und zeitgemäße Zugänge

    Seit den ersten Tagen der Herabsendung des Qur’an, haben die Muslime damit begonnen, kritisch und analytisch die qur’anischen Verse und ihre Bedeutungsumstände und -inhalte sowie alles übrige, was damit im Zusammenhang stand, zu studieren. Ihre ersten Bemühungen allerdings waren allgemeiner als die Umstände der Herabsendung, die Ein- und Mehrdeutigkeit, das Abrogierende und das Abrogierte, zusätzlich zu den Lesearten und den rhetorischen und literarischen Schwerpunkten der Wissenschaften im Besonderen. Diese Wissen hervorbringenden Bemühungen waren zu Beginn sicher primitiv und wurden erst mit der Zeit, in ihrer Länge und Breite weiterentwickelt, bis daraus schließlich die selbstständigen Disziplinen der Qur’anwissenschaften wurden mit den en wir es heute zu tun haben.

    Diese Wissenschaften schaffen die Voraussetzung und Qualifikation dafür den heiligen Qur’an und dessen Exegese (at-tafsir) verstehen zu können. Sie haben dabei eine Schlüsselfunktion zum Verständnis der qur’anischen Begriffe. Jeder der sich in den Inhalt der segensreichen Verse des heiligen Qur’an vertiefen und über ihre erhabenen und mannigfachen Bedeutungen und hohen Wirklichkeiten nachsinnen möchte, muss darum die Qur’anwissenschaften studieren. Diese Wissenschaften besitzen deshalb eine große Bedeutung. Denn der heilige Qur’an ist erste und primäre Quelle zum Islamverständnis, während das Qur’anverständnis vom Verstehen der Wissenschaften des Qur’an, die mehr als fünfzig wissenschaftliche Disziplinen umfassen, abhängig ist.

    Angefangen von der Geschichte des Qur’an, über die historischen, soziologischen und politischen Hintergründe und Umstände seiner Herabsendung, den von ihm angesprochenen Personen, bis hin zu seiner Unversehrtheit erstrecken sich die Disziplinen der Qur’anwissenschaften über eine weite und weitläufige Landschaft hinweg und alle diese Wissenschaftszweige nehmen Anteil an der Erschließung der im Textinneren des Qur’an verborgenen Wirklichkeiten.

    Bisherige Publikationen zu diesem Forschungsgebiet:

    Qur’anwissenschaften von M. Razavi Rad

    Muhammad im Lichte der Intentionalität der Koransprache

    Mensch zwischen Vernunft und Versuchung

    Die Kunstregeln des Qur’ânlesens

  • Gendergerechtigkeit in den islamischen Quellen

    Überblick und Diskussion über verschiedene Aspekte der Gender-Gerechtigkeit in den islamischen Quellen; Vertiefende Erläuterung bestimmter qur´anischer Verse und prophetischer Hadithe, sowie Aspekte der Sunnah in diesem Kontext, werden im Rahmen der spezifischen Lehrveranstaltungen behandelt.

    Publikationen zu diesem Forschungsgebiet::

    • From a Single Soul: The Question of Genderjustice in the islamic sources (IHIW Press erscheint demnächst)
    • Aktuelle Fragen zum Thema Frau im Islam (IHIW Press erscheint demnächst)
    • Einheit und Dualität der Geschlechter aus islamischer Sicht (Dialog-Zeitschrift, 2021)

    Bisheriges Lehrangebot zum Thema:

    Öffentliche Vorträge zum Thema:

  • Islamische Philosophie und Mystik

    Einer der bedeutendsten Forschungsbereiche des IHIW stellt die islamische Philosophie und Mystik dar.

    Jeder Mensch hat dank völliger Freiheit der Gedankenvielfalt das Recht, eine gewissenhafte, rationale Überprüfung durchzuführen, um zu seiner eigenen, mentalen Verfassung zu gelangen und ein aus materieller und spiritueller Sicht erfülltes, aufstrebendes und erfolgreiches Leben zu wählen und zu gestalten. Ohne Zweifel ist das Erlangen der besten Lebensplanung fest verknüpft mit dem Begreifen der korrekten Definition des Menschen und seiner Bedürfnisse.
    Wer ist eigentlich der Mensch? Woher stammt er? Wie weit ist er gekommen, und worauf bewegt er sich zu?

    Publikationen zu diesem Forschungsgebiet:

     

    Grammatik der Existenz von Katrin J. Brezansky-Günes

    Rationalität und Religion von M. Razavi Rad

    Molla Sadras Philosophie interkulturell gelesen von M. Razavi Rad

    Erkenntniswege von Katrin J. Brezansky-Günes

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    Das Prinzip Widerspruch in der Islamischen Philosophie von Murtadha Mutahhary

    Ergründung und Nachahmung im Islam von M. Razavi Rad

    Kompendium der traditionellen Logik von M. Razavi Rad

    Die spirituelle Dimension des Islam von Allâmeh Tabâtabâ’i

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    Erscheint demnächst: Bidayat al Hikmah (Einführung in die islamische Philosophie und Weisheitslehre) von Allamah Tabatabai

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  • Islam im Dialog

    In einer Zeit, in der die Welt immer mehr zusammenrückt und Informationen aus weit entfernten Kulturregionen im Sekundentakt und in Echtzeit per Mausklick verfügbar gemacht werden können, stehen interreligiöse Begegnungen vor neuen Herausforderungen. Es gilt, die Chancen und Risiken der globalisierten Informationsgesellschaft immer wieder neu abzuwägen.

    Mit unseren Forschungs- und Publikationsprojekten verfolgen wir das Ziel, verschiedene Diskursfelder im interreligiösen Dialog zu diskutieren und die Positionen zusammenzuführen und dadurch einen Beitrag für Frieden und Verständigung zu leisten. Dialog in diesem Sinne ist nicht nur ein Denkweg, sondern in erster Linie eine Lebensform.

    Publikationen zu diesem Gebiet:

    Zeitschrift Dialog

    Islam interkulturell gelesen von M. Razavi Rad

    Goethe und Hafis von Bahao’ddin Chorramschahi

    Religion im interkulturellen Kontext von M. Razavi Rad

    Mohammad Denk- und Lebensweg einer Persönlichkeit von K. S. Ramdrishna Rao

    Und Gott ist wo? – Hrsg. von Katrin J. Brezansky-Günes

    Weisheiten von Jesus, dem Sohn der Maria von M. Muḥammadī Reyšahrī

    WITZ im Kontext der Interkulturalität von Elham Hosseini Beheshti

     

    Öffentliche Vorträge zum Thema:

    Empfang der Religionen an der Universität Salzburg

  • Muslimfiction

     

    Die Langsamkeit der freien Menschen von Katrin J. Brezansky-Günes

    Die Sprache der Bäume von Katrin J. Brezansky-Günes

    Die Farbe des Himmels von Katrin J. Brezansky-Günes


    zum Thema:

     

    Ö1 Beitrag zur Romanreihe „Die Langsamkeit der freien Menschen

    Buchlesung: Die Langsamkeit der freien Menschen

     

  • Islamische Ethik

    Das Institut bietet verschiedenste Lehrangebote und Workshops im Bereich der theoretischen und angewandten islamischen Ethik an.

    Bisherige Workshops:

     

    Publikationen in diesem Forschungsbereich:

    Der Islam – Religion der Rahmah, der Barmherzigkeit von Falaturi

    Ahlak Felsefesi von M. Razavi Rad

    Zehn islamische Gebote für das dritte Jahrtausend

  • Islam und Gerechtigkeitsforschung

    Kaum ein Themenbereich ist in aktuellen medialen Diskuren so präsent wie das Thema der Gerechtigkeit mit all seinen sozialen, politischen aber auch philosophisch, ethischen Implikationen. Dabei kommt gerade auch das religiös-spirituelle Bewusstsein des Menschen um das Thema der bestehenden Ungerechtigkeiten und Ungleichheiten in der Welt und die damit verbundene eigene humanistische Verantwortung des Menschen, nicht umher. Umso wichtiger erscheint es gerade das Themenfeld der Gerechtigkeit auch als Brücke für die Annäherung verschiedenster Meinungen und Perspektiven zu sehen, die es ermöglichen soll, den Dialog der Religionen und Kulturen nicht nur auf rein theoretische Ebene verharren, sondern auch einen Faktor für die Schaffung und Erhaltung des globalen Weltfriedens werden zu lassen.

    Publikationen in diesem Forschungsbereich:

    The Question of Justice in Islamic and Western Philosophy of Law von Hüseyin Günes

    Einführung in die ethisch-politischen Dimensionen der islamischen Theologie von Hüseyin Günes

    Recht auf Religion in Österreich von Hüseyin Günes

     

  • Islamische Geschichtsforschung

     

    Der Lebensweg Muhammads von M. Razavi Rad

    Nicht als Schönheit habe ich gesehen von Katrin J. Brezansky-Günes