Foren Aktuelles „Angst oder Leben?“

  • Dieses Thema hat 5 Antworten und 3 Teilnehmer, und wurde zuletzt aktualisiert 29. April 2020 um 11:31 von AvatarHilal Kurt.
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  • #2094
    IHIWIHIW
    Verwalter

    „Angst oder Leben?“

    In einer Zeit, die durch einen sich global ausbreitenden Virus geprägt ist, besteht eine Möglichkeit, die dadurch entstandene erdrückende Stimmung der Angst zu überwinden, darin, anstatt sich Sorgen zu machen und im Mikrokosmos der eigenen Imagination zu verharren, zum gegenwärtigen, realen und normalen Leben zurück zu kehren und sein Leben, so lange wie es einem vorherbestimmt ist, zu leben und negativen Gedanken im Geiste keinen Lauf zu lassen.

    So kann auch jemand, der in einem Flugzeug sitzt und von einem Ort zu einem anderen fliegt, sich entweder ruhig auf seinem Platz entspannen und dabei die Aussicht auf die an sich vorbeiziehenden Wolken genießen oder aber auch sich in die Welt seiner eigenen Vorstellungskraft begeben und sich alle möglichen Absturzszenarien für das Flugzeug vorstellen und damit Angstzustände und Panik hervorrufen.

    Wie sich herausstellt, müssen wir uns damit abfinden, dass der Corona-Virus auch zu den Milliarden von Phänomenen hinzugefügt wurde, die in der Welt und bei uns vorzufinden sind, und einen sicheren und friedlichen Weg finden mit diesem Virus umzugehen. Auf diese Weise gilt es von emotionalisierenden Slogans wie; „Wir vernichten den Corona-Virus“, Abstand zu nehmen.

    In der Geschichte der Menschheit, gibt es keine Armee, die es geschafft hat, die nationalen Grenzen derart schnell und einfach zu überschreiten wie der Corona-Virus. Entsprechend verlangen schon die Logik und Vernunft des Menschen, dessen Realität und ihre Auswirkungen zu akzeptieren und sich entsprechend, auf eine neue Lebenssituation einzustellen.

    Derzeit scheint es keine andere Lösung zu geben als möglichst „Zuhause“ zu bleiben. Vielleicht schon morgen jedoch, können wir, mit einem besseren Verständnis des Corona-Virus, neue Möglichkeiten und Räume eröffnen und somit wieder das gesellschaftliche Zusammenleben wiederherstellen. Hierfür gilt es alle gegenwärtigen wissenschaftlichen Errungenschaften im Bereich des Gesundheitswesens, sowie den Geist und die Inspiration des Glaubens anzuwenden. Denn, eines dürfen wir nicht vergessen; die Flucht vor der Realität und die Angst vor dieser, sind tödlicher als jeder Virus.
    Tatsache ist, dass das Grundprinzip des Lebens in dieser Welt von Vergänglichkeit geprägt ist. Ein Blick auf die letzten Jahrtausende offenbart uns, dass alle, die einmal auf diese Welt gekommen sind, schlussendlich auch wieder gegangen sind. Und sicherlich werden auch alle, die kommen und noch kommen werden, ob nun mit dem Corona-Virus oder ohne diesem, wieder gehen.

    Zweifellos sind zwei Phänomene in dieser Welt unumgänglich und unvermeidbar: Die Zeit und der Tod. Jedoch, Traurigkeit, Sorge und Angst können vermieden werden und damit eröffnet sich auch eine Möglichkeit, zurück zum normalen Leben und einem normalen Lebensstil inmitten der anomalen Stimmung, zu finden, die durch den Virus entstanden ist und sich seinen Weg von der mentalen Welt in die reale Welt gebahnt hat.

    Es sind gewiss schwierige Tage die wir vor uns haben. Umso wichtiger ist es, eines nicht zu vergessen; die einzigen Hände, in die wir uns dieser Tage aufrichtig und ohne jegliches Unbehagen begeben können, und die einzigen Arme, die uns in absoluter Sicherheit umschließen werden, sind die Desjenigen, der Alles Geschehen dieser Welt in Seiner Allwissenheit und Barmherzigkeit umfasst.

    Lassen Sie uns zusammenstehen, gemeinsam reflektieren und auf ein besseres Morgen hoffen.
    Denn eines ist Gewiss; Auf jede Schwierigkeit folgt die Erleichterung.
    Und so lange es Blüte gibt, muss es auch Leben geben.

     

    Dr. Mohammad Razavi Rad
    Leiter des Instituts für Human- und Islamwissenschaften Hamburg

    #2106
    AvatarBeatrix Meidl-Kaizik
    Teilnehmer

    Vielen Dank für die wunderbaren Worte voller Hoffnung und Zuversicht. Es gibt nichts Negatives, was nicht auch etwas Positives in sich trägt. So sehe ich dies auch bei diesem Virus, der viele Menschen in ihren „Grundmauern“ erschüttert hat. Viele leben jetzt in einer Angst, die ihren Alltag völlig blockiert. Sie können an nichts anderes mehr denken.  So „leben“ sie nicht mehr richtig, sondern lassen sich nur mehr von den panikmachenden Nachrichten der Medien leiten. Wenn wir – als vernunftbegabte Menschen aber erkennen, dass der Virus uns nicht blockiert sondern uns zwar innehalten läßt – der uns zwar zwingt, stehenzubleiben, aber uns vielleicht in eine Reise in unser Inneres schicken kann, der uns bewegen läßt in eine andere Richtung – in eine geistige, spirituelle Richtung – dann erkennen wir das Positive – plötzlich entdeckt man, dass wir uns auf einem Weg befunden haben, der nur von Stress, oft ohne nachzudenken, gekennzeichnet war – blind der Masse folgend, teilweise besessen von Ehrgeiz, welcher uns zwar vielleicht in eine materielle Versorgung geführt hätte, uns aber unseren wahren, den spirituellen Weg hat vergessen lassen. Jetzt haben wir hamdullah die Möglichkeit, zu unserem wahren Wesen zurückzufinden und es neu zu entdecken. Nützen wir doch diesen teilweisen  „Stillstand“ des „normalen“ Lebens  zu einer geistigen Reise und Wiederentdeckung in eine neue, spannende und großartige Welt voller wunderbarer Erkenntnisse und wahrer Hoffnung. Ich wünsche uns allen in diesem Sinne offene Augen und offene Herzen für eine segensreiche Reise, dass diese uns neu prägen möge und uns neue Wege erkennen läßt. Ich wünsche euch und euren Lieben Allahs Schutz und Segen!☺

    Beatrix Meidl

    #2107
    IHIWIHIW
    Verwalter

    Salam alaikum,

    Vielen Dank für Deine Gedanken und schönen Worte! Wir laden euch alle herzlich dazu ein, gerade in diesen Zeiten, die für viele auch soziale Isolation bedeutet, euch  hier auszutauschen. Vielleicht ist es eine gute Gelegenheit, die auch die Zeit bietet sich mit den Inhalten des Studiums auseinanderzusetzen. Ihr könnt gerne   Fragen zu den LVs stellen oder zu Themen, die euch im Moment bewegen. Da wegen des Lockdowns zurzeit leider keine Veranstaltungen am IHIW stattfinden können, sind wir froh, dass wir euch diese Plattform zum Ausstausch bieten können.

    Möge Allah euch und eure Lieben Gesundheit geben und Stärke in dieser Krise und uns die Gelegenheiten darin wahrnehmen lassen.

    #2115
    AvatarBeatrix Meidl-Kaizik
    Teilnehmer

    Alam alaikum liebe Geschwister!

    In letzter Zeit – wo ich persönlich (auch auf meine eigene Empfehlung vom letzten Mal hin!) mit etwas vielleicht offeneren Augen und Ohren und bewusster durch den Alltag gegangen bin, sind mir einige Dinge aufgefallen, deren Auslegung ich gerne mit euch teilen möchte bzw. wo ich euch an meinen Gedanken, die mir so durch den Kopf gingen oder noch immer gehen, teilhaben möchte.

    Im Laufe der letzten Wochen der „Krise“ – wie diese Zeit auch gerne bezeichnet wird, sind mir besonders drei Gruppen von Menschen aufgefallen:

    Die erste Gruppe sind die besonders Ängstlichen: von den ersten Tagen der Berichterstattung der Medien über den Virus drücken sie ihre Angst klar und deutlich besonders durch ihre Körpersprache aus. Wenn man ihnen auf der Straße begegnet, machen sie einen weiten Bogen um den Anderen; manchmal seufzen sie laut oder resignierend, so als wäre es fast unverschämt, dass man selbst gerade unterwegs ist, wo doch SIE jetzt gerade im Freien sind. Es sind aber auch die Menschen, die zum Teil mehr oder weniger eine gewisse Aggression ausstrahlen. Da z.B. ich persönlich Pollenallergikerin bin und daher auch gerade jetzt unter Husten und anderen Symptomen leide, habe ich von Anfang an einen Mundschutz getragen, um so weit als möglilch niemanden zu belästigen. Trotzdem konnte ich mir immer wieder sogar Beschimpfungen anhören – was ich denn eigentlich glaube, um mich nach draußen zu trauen, wo ich doch offensichtlilch Corona habe. Verbale Äußerungen habe ich immer nur von dieser Gruppe von Menschen gehört. Für mich heißt das, dass es einen Zusammenhang zwischen Angst und daraus relultierender Aggression gibt. Achtung, dachte ich bei mir – auch du bist manchmal wegen manchen Dingen ängstlich – wie benimmst du dich dann – wie gehst du dann mit deinen Mitmenschen um?

    Die zweite Gruppe besteht aus denjenigen, die die Vorsichtsmaßnahmen der Regierung mehr oder weniger emotionslos zur Kenntnis nehmen und sich daran konsequent halten – nicht mehr und nicht weniger. Sie erwarten zwar vom anderen gleiches Verhalten, beachten die Mitmenschen aber kaum und sind eigentlich in sich isoliert. Meistens wirken sie so, als sehen sie niemanden anderen und wollen das auch gar nicht. Nach dem Motto: lasst mich einfach in Ruhe. Kümmert euch um euch selbst! Sie zeigen weder Angst noch Aggression, am ehesten vielleicht eine Akzeptanz der Situation oder Resignation. Meines Empfindens nach kommen aus dieser Gruppe auch die wenigsten, die sich um Leute, die vielleicht gerade jetzt Hilfe brauchen, kümmern würden. Jeder muss es alleine schaffen, jeder muss da alleine durch.

    Und dann gibt es die dritte Gruppe – die Ignoranten. Ihnen ist es schlichtweg egal, was da gerade passiert. Sie halten keinen Abstand und kümmern sich weder um irgendwelche Empfehlungen noch um irgendwelche Vorsichtsmaßnahmen. Ganz im Gegenteil – sie machen sich sogar über die anderen lustig. Ihr Verhalten ist rein provokativ. Es gibt nicht so viele, aber man sieht sie leider immer wieder. Als besonders traurig empfinde ich persönlich, wenn diese Menschen mit ihren kleinen Kindern zum einkaufen gehen. (warum nicht? Natürlich kann, soll oder muss man Kinder – weil alleinerziehend –  zum Einkaufen mitnehmen! Meine Anmerkung). Aber ich finde es nicht richtig, diese dann unbeaufsichtigt herumlaufen zu lassen, neben anderen Käufern stehen zu lassen, alles auch Unverpackte anfassen zu lassen,…ohne ihnen irgendetwas über Rücksichtnahme erklärt zu haben. So kann leider schon jetzt eine Generation heranwachsen, die sich später wohl kaum oder nur wenig über die Gefühle anderer kümmern wird. Leider sehe ich viel von diesem Verhaltens bei Muslimen. (was mich persönlich wieder besonders stört, weil dieses Fehlverhalten wieder ein Punkt mehr für die sogenannte „Islamphobie“ ist. Ich denke, gerade in „Ausnahmesituationen“ sollten wir als Muslime mit besonderem Vorbild vorausgehen! Was jetzt aber nicht heißen soll – dass ich wirklich voller Stolz auch viele vorbildliche Geschwister gesehen habe, die auf viele Arten und Weisen anderen helfen!)

    Was man eigentlich weiß, meine Lieben, aber was man in „normalen Zeiten“ kaum beachtet – weil die Zeit einfach viel „schneller“ läuft, ist – dass gerade in besonderen Zeiten der Charakter, die Wesensmerkmale, das Verhalten der Menschen viel stärker zum Ausdruck kommt und nach außen dringt.

    Wie seht ihr das eigentlich? Ist euch in dieser Hinsicht auch etwas aufgefallen? Mich würden eure Beobachtungen wirklich interessieren!

    Denn – wann, liebe Geschwister – wann kann man lernen – durch andere rückschließend auf sich selber – wenn nicht in Zeiten – wo wir gezwungen werden, leiser zu treten; wo wir unser Leben, wenn auch nur für einige Zeit, ändern bzw. an die ungewohnte neue Situation anpassen müssen, wenn das Leben einfach „langsamer“ läuft? (zumindest für viele!) Wann – wenn nicht jetzt – können wir vielleicht unsere „kleinen“ Fehler oder Fehlverhalten erkennen – mit Hilfe unserer Mitmenschen? Denn bekanntlich sieht man ja Dinge bei anderen viel schneller und kritischer als bei sich selbst! Was für eine Gelegenheit haben wir jetzt bekommen?! Alhamdulillah! Wie schön ist es, aus einer an sich schrecklichen Sache auch etwas Gutes zu erhalten und zu erkennen!? Eine Zeit der Erkenntnis, der inneren „Rechtrückung“ des vielleicht etwas ungerade gewordenen eigenen Weges, der geistigen „Inspiration“. Andere Menschen zu beobachten – nicht um sie zu kritisieren und vielleicht sogar zu verachten – nein – sondern um sich selber erkennen zu können, um sich selber die Chance zu geben, es vielleicht bewusster anders zu machen. Was für eine einmalige großartige Gelegenheit wir haben! Gott sei Dank!

    Ich für meine Seite spüre eine Wärme und Dankbarkeit auch in dieser Zeit einer nach außen verstandenen „Isolation“ – ein Wort, das eigentlich oft nur negativ verstanden wird – lasst uns die Gelegenheit nutzen, uns endlich persönlich mit liebevollem, aber kritischem Blick kennenzulernen!

    In diesem Sinne:“Bad things in life open your eyes to those things your weren`t paying much attention to before“

    Oh Allah, stärke uns mit Zuversicht und Vertrauen auf Deine Barmherzigkeit. Amin.

    Liebe Geschwister – lasst von euch hören … wie es euch geht und lasst uns an euren Gedanken teilnehmen ….bleibt gesund und Allahs Schutz und Segen an Alle

    Beatrix Meidl

    #2138
    AvatarBeatrix Meidl-Kaizik
    Teilnehmer

    Salemu Alaikum liebe Professoren, liebe Geschwister!

    Ich hoffe, ihr seid alle gesund und es geht euch gut! Ich wünsche euch allen einen wunderschönen und gesegneten Ramadan, möge Allah eure Gebete und euer Fasten annehmen und euch leichtmachen. In diesem Sinne – bleibt gesund und Allahs Schutz und Segen an euch Alle.

    Beatrix Meidl

    #2148
    AvatarHilal Kurt
    Teilnehmer

    Salam alaikum,

    Meine Gedanken zu den Begriffen „Angst oder Leben“ im heutigen Kontext der Corona-Pandemie.</p>
    Es gibt keine effektivere und größere Pandemie als die Angst, die ich im Laufe meine Lebens beobachtet und gelernt habe. Angst ist ein effektiver Mechanismus, um den menschlichen Geist vorübergehend außer Kraft setzen zu können – Einschaltung des Autopilots in uns. Angst ist ein Mechanismus, der im weitesten, tiefsten Sinne immer mit dem Tod gekoppelt ist.

    Einzelne Individuen, welche längere Zeit Angst haben, richten meist in sich einen „inneren“ Schaden an – meist drückt sich das in „innere Blockaden“ aus oder es entstehen verzerrter Wahrnehmungen und gar Phobien. Irgendwann zerbrechen manche förmlich psychisch an ihrer eigenen Angst.

    Kollektiven, welche durch das vor „etwas“ Angst haben, Schaden sowohl sich selbst auch anderen. Auch können Kollektiven sich durch das Angstempfinden blockieren. Schlimmer wird es, wenn durch ein erhöhtes Angstempfinden, sich das Kollektiv legitimiert fühlt, dass „etwas, welches der Angstauslöser“ ist, zu bekämpfen oder gar zu eliminieren. Die Legitimation des Ausschaltens erfolgt durch das Angsthabende Kollektiv. Im Kern ist es die gemeinsam geteilte Todesangst des Kollektivs, welches plötzlich um seinen „rationalen oder irrationalen“ Überleben durch Bekämpfen und Eleminieren des „Angstauslösers“ garantiert. Ohne zu hinterfragen, ob der „Auslöser“ wirklich „etwas ist, der meine Angst oder die Angst des Kollektivs“ auslöst. Oder ist nicht die eigene Todesangst und das permanente Überleben wollen, am Leben bleiben wollen, das sich zwanghafte Anklammern an das Diesseits nicht der eigentliche Auslöser in einem selbst?!

    Die Gefahr liegt darin, dass ein Angsthabendes Kollektiv sehr gut von „weltlichen Machthabern“ gelenkt werden können, da der kollektive Geist auf Autopilot steht. Maßlosigkeit von Maßnahmen und Fehlverhalten können relativiert werden, da eine Masse diese befolgt. Schuld, Sünde, Fehlverhalten von Massen können manchmal als „Richtig“ wahrgenommen werden, da eine Vielzahl von Menschen sich daran beteiligen. „Wenn alle so handeln, dann wird es schon seine Richtigkeit haben“.

    Und Iblis bewies wahrlich die Richtigkeit seiner Meinung von ihnen; und sie folgten ihm mit Ausnahme einer Schar von Gläubigen.“ (Qur´an 34/20)

    Daher ist für mich wichtig,  Verhaltensweisen von Massen zu durchdenken und nicht „blind“ irgendwelchen Anordnungen zu folgen, nur weil eine Vielzahl von Menschen diese befolgen. In meinen Augen hat eine Maßlosigkeit an Anordnungen seitens der Politik stattgefunden.

    Menschen und Gesellschaften, die mit dem Tod im reinen sind, die es verstanden haben und verstehen, dass Tod bzw. Sterbeprozess zu uns, zu unserem natürlichen Kreislauf, der menschlichen Entwicklung dazu gehört, dass das Absterben jedes materiellen Wesens im Kreislaufsystem „gerecht“ ist. Diese Menschen und Gesellschaften waren und sind „immun“ gegen ihre eigene Todesangst.

    „Und gewiss werden Wir euch prüfen durch etwas Angst, Hunger und Minderung an Vermögen, Menschenleben und Früchten. Doch verkünde den Geduldigen eine frohe Botschaft, die, wenn sie ein Unglück trifft, sagen: „Wir gehören Allah und zu Ihm kehren wir zurück.“ Auf diese lässt ihr Herr (Lehrmeister) Segnungen und Barmherzigkeit herab und diese werden rechtgeleitet sein.“ (Qur´an 2 / 155-157)

    Das eigene Immunsystem stärken bedeutet für mich, den Geist dahin gehend schulen, dass er seine eigene Todesangst überwindet, indem er erkennt und dem Schöpfer vertraut, dass der Geist, den Tod überlebt. Tod und Sterbeprozess ist ein Teil des Lebens, er gehört zum natürlichen vom Schöpfer erschaffenen Kreislaufsystem dazu.

    Ein reflektierter, gestärkter Geist, sagt „Ja“ zu einer ganzheitlichen Betrachtung des Lebens ohne den Tod dabei auszuschließen. Ein wacher Geist, erkennt den Schöpfer, vertraut Ihm und wird bewusst, dass er in Abhängigkeit/Bindung zum Schöpfer seine größtmögliche geistige Freiheit erhält. Ein freier Geist kämpft nicht, sondern fließt furchtlos im göttlichen Kreislaufsystem. Je freier ein Geist ist, desto mehr entfremdet er sich vom Gedanken des Kämpfens und Eliminierens. Der freie Geist ist „mächtig in sich“, denn er unterliegt nicht der Macht der weltlichen Machthaber.

    Daher unser gemeinsamer Umgang in meiner Familie/engem Freundeskreis für jung und alt mit Corona:
    „ Liebe Corona, sei Willkommen. Assalamu Alaikum. Komme in Frieden und finde deinen Platz in meinem/unserem Körper, der eine Ruhestätte für dich sein soll. Mein/Unser Körper soll ein Lebensort für dich sein, der dich mit vielen Nachbarviren und -bakterien umgibt. Gib uns die nötige Zeit um einander kennen zu lernen. Komme in Frieden und reihe dich ein, und füge dich in meinem körperlichen Kreislaufsystem. Und wenn die Zeit reif für dich ist, entscheide, ob und wann du weiterziehen möchtest. Komm und gehe in Frieden.“

    In diesem Sinne wünsche ich uns allen einen freien, mächtigen Geist und ein gestärktes Immunsystem.
    Hilâl Kurt

    • Diese Antwort wurde geändert vor 2 Jahre, 7 Monaten von AvatarHilal Kurt.
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